Dr. Samuel Alexander Süss

Dr. Samuel Alexander Süss, geboren am 18.3.1864, stammte ursprünglich aus Kisjenö, damals ungarisch, heute liegt der Ort in Rumänien. Er war verheiratet mit Ernestina Biringer und Gemeindearzt in Lockenhaus. 1931 trat er als Medizinalrat in den Ruhestand. Dr. Süss und seine Tochter Irene lebten nach ihrer Vertreibung aus Lockenhaus bis zu ihrer Deportation in der Flossgasse 3/5 im 2. Bezirk in Wien. Sie wurden nicht gemeinsam deportiert.

Dr. Süss wurde am 28.7.1942 deportiert und starb am 29.12.1942 im Konzentrationslager Theresienstadt im damals sogenannten Protektorat Böhmen und Mähren, heute Tschechien. Es existiert eine Todesanzeige aus dem Lager Theresienstadt, in der eine Herzmuskelschwäche als Todesursache angegeben wird.

Über Dr. Süss gibt es einige Erzählungen und Geschichten, an die sich auch heute noch einige Lockenhauserinnen und Lockenhauser erinnern können. In Erzählungen von Zeitzeugen wird er als kompetenter Arzt, vor allem aber als wohltätiger und guter Mensch beschrieben. So soll er gesagt haben: „Was soll ich von Ihnen verlangen, Sie haben ja selber nichts.“ und „Warum sollte ich weggehen oder mich verstecken. Ich habe ja niemandem etwas getan.“ Seine letzten Stunden in Lockenhaus, kurz vor der „Abreise nach Wien“ (1), müssen furchtbar für ihn gewesen sein. Eine Erzählung aus dieser Zeit berichtet, dass er auf Knien die Hauptstraße zum Transportlastwagen rutschen musste. Er war 78 Jahre alt, als er 1942 in Theresienstadt starb.

(1) Gendarmeriebericht vom 28.4.1938 zitiert auch in: Jüdisches Leben in Lockenhaus von Denise Steiger

Dr. Süss hatte nach Aussagen von Zeitzeugen neben Irene Süss auch noch eine zweite Tochter, Piroska Süss, geb. 1901. Über sie wurden bislang keine Spuren gefunden.

Samuel
Frottage, Lackenbach, Beth Olam